Am Altrhein werden die Segel neu gesetzt

veröffentlicht 04.02.2026, Dekanat Worms-Wonnegau

Gründungsgottesdienst der Kirchengemeinde Altrhein-Wonnegau am 15. Februar

Nun wird offiziell, was am Altrhein und in den umliegenden Orten schon lange gelebt wird: Die evangelischen Kirchengemeinden Alsheim und Mettenheim, Eich, Gimbsheim, Hamm und Ibersheim sowie Rheindürkheim schließen sich zur „Gesamtkirchengemeinde Altrhein-Wonnegau“ zusammen. Drei Pfarrer:innen und ein gemeinsames Pfarrbüro in Hamm tragen künftig die neue Struktur. Die Gründung wird mit einem Festgottesdienst am 15. Februar um 10 Uhr in der evangelischen Kirche Gimbsheim gefeiert.

Hintergrund: Reformprozess ekhn2030
Hintergrund des Zusammenschlusses ist der Reformprozess ekhn2030 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Ziel ist es, personelle Ressourcen zu bündeln, Verwaltung effizienter zu gestalten und damit auf den Mitgliederrückgang, sinkende Kirchensteuereinnahmen und den Fachkräftemangel – insbesondere im Pfarrdienst – zu reagieren.

Eine Gemeinschaft, die trägt
Dekanatspräses Alexander Ebert sieht in der neuen Gesamtkirchengemeinde ein starkes Zeichen gelebter Vielfalt: „Mit der Kirchengemeinde Altrhein-Wonnegau wird sichtbar, wie unterschiedlich geprägte Gemeinden zusammenwachsen – ob vom traditionellen Weinbau, unmittelbar am Rhein gelegen oder eingebettet in Landkreis und Stadt. Die Menschen aus sieben Kirchengemeinden bringen ihre Gaben, Erfahrungen und Fähigkeiten ein und tragen sich gegenseitig. Das ist ein beeindruckendes Bild christlicher Gemeinschaft.“ Auch das neue Siegel spiegele dies wider: sieben Kreuze, die in ihrer Unterschiedlichkeit zueinanderfinden. „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist“, zitiert Ebert aus 1. Korinther 12. „Der neuen Gesamtkirchengemeinde wünsche ich Gottes reichen Segen.“

Dank und Wertschätzung
Dekanin Jutta Herbert betont: „Mit großer Dankbarkeit und Freude blicke ich auf den Gründungsgottesdienst der neuen Gesamtkirchengemeinde. Sieben Gemeinden sind zusammengewachsen – getragen von Vertrauen Geduld und dem gemeinsamen Willen zu wachsen. Von Herzen danke ich dem Kirchenvorstand sowie allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die diesen Weg mit Offenheit, Verantwortung und viel Herz möglich gemacht haben. “

„Viel Gutes, das entstanden ist“ – Pfarrerin Groß zum Veränderungsprozess
Pfarrerin Christina Groß, die im Gottesdienst predigen wird, hebt besonders die positiven Impulse hervor, die durch die neue Zusammenarbeit entstanden sind: „Bei allen Herausforderungen, die ich nicht schönreden möchte, gibt es so viel Gutes: ein Miteinander über Ortsgrenzen hinweg – was ja eigentlich ganz urchristlich ist –, ein größerer Ideenpool, neue Gottesdienstformen und viele tolle Begegnungen.“

Neue Formen von Kirche: vielseitig, regional, kreativ
Zu den Formaten, die sich bereits etabliert haben, gehören Sommerkirchen-Gottesdienste, Pilger- und Fahrradgottesdienste, regionale Gottesdienste an einem Sonntag im Monat, Tauffeste am See sowie ein ökumenisches Kirchenmusikfestival. „Wir haben ein richtig buntes Gottesdienst-Jahresprogramm entwickelt – und es wird immer besser angenommen“, so Groß.

Ein Segelschiff als Bild für Aufbruch und Kontinuität
In ihrer Predigt wird sie das Bild eines Segelschiffes aufnehmen: „Es ist bewusst ein traditionelles Bild: Das Wesentliche und Altbewährte soll erhalten bleiben – zugleich wagen wir neue Routen.“ Dazu zitiert sie Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen.“

Ein Prozess mit Rückenwind – trotz Herausforderungen
Auch organisatorisch hat der Zusammenschluss eine solide Grundlage. Schon vor der offiziellen Bildung der Gesamtkirchengemeinde arbeiteten die Gemeinden regelmäßig zusammen – etwa bei gemeinsamen Gottesdiensten, Pfarrer:innen-Treffen, Konfi-Freizeiten und digitalen Formaten während der Corona-Zeit. Besonders die Sommerkirche habe dem Prozess „echten Schwung“ verliehen, so Groß. Gleichzeitig verschweigt sie Herausforderungen nicht: die angespannte Vakanzsituation oder die Schwierigkeiten für ältere Menschen, weitere Wege zu Gottesdiensten auf sich zu nehmen. „Vielleicht wäre langfristig sogar die Anschaffung eines kleinen Busses hilfreich“, merkt sie an.

Musik verbindet: eine neue überregionale Kirchenband
Freude bereitet der Gemeinde zudem die neu entstandene ortsübergreifende Kirchenband, die auch im Gründungsgottesdienst mitwirken wird.

KONTAKT
Die Verwaltung der neuen Gesamtkirchengemeinde erfolgt über das zentrale Gemeindebüro in Hamm am Rhein, Hauptstraße 24, Tel. 06246 / 263, E-Mail: gemeindebuero.altrhein-wonnegau(at)ekhn.de